
Kronen Zeitung
SKI-EXPERTE IM TALK
Hans Knauß: „Was ist denn das für ein Vogel?“
Hans Knauß ist auch nach dem Ende der Ski-Saison heiß begehrt. Einen Job als ORF-Experte für die Fußball-WM schließt der Schladminger aber im Gespräch mit der „Krone“ lachend aus. „Nein, das erspar ich euch! Mich haben‘s bei jedem Promi-Match immer ins Tor gestellt, damit ich nix anstelle.“
„Fußball war für uns das teuerste Hobby“, witzelt Hans Knauß (55), der mit fünf Geschwistern auf der Planai aufgewachsen ist. „Ein Fehlpass und die Wuchtel war weg. Eine Stunde den Berg runter, eine Stunde den Berg wieder rauf.“ Eine Karriere als Kicker war für den Schladminger daher keine Option.
Im Fußball-WM-Fieber ist unsere Ski-Legende trotzdem. „Mir taugt diese Truppe, es ist eine richtig geil zusammengewürfelte und zusammengewachsene Mannschaft. Die garantiert höchste Unterhaltung auf dem Platz und auch abseits davon.“ Mit Persönlichkeiten wie Marko Arnautovic. „Früher hab ich mir gedacht: ,Was ist denn das für ein Vogel?‘ Aber je älter der wird, umso lässiger ist er. Marko ist als Person gewachsen, eine echte Persönlichkeit, ein Leithammel.“
Mindestens ins Achtelfinale
Auch Michi Gregoritsch hat es Knauß angetan. „Sein entscheidendes Tor in der Quali war Gänsehaut pur. Auch wie er sich danach verhalten hat, wie er seine Freude mit dem ganzen Land geteilt hat, hat mir getaugt.“ Für Knauß ist klar: Österreich kommt bei der WM mindestens ins Achtelfinale.
Die Ski-Saison ist längst vorbei. Fad wird Hans trotzdem nicht. Er half bei der Eröffnung des neuen Schladminger Fünf-Sterne-Hotels Noa mit, drehte drei Tage Werbespots für Zgonc und stand für die ORF-Serie „Österreich vom Feinsten“ vor der Kamera.
Rennsau und Mister Oberschenkel
Die Nachrichten, dass unsere Routiniers Vincent Kriechmayr und Conny Hütter auch im kommenden Winter fahren, lassen sein Herz natürlich höher schlagen. „Die Conny ist eine echte Rennsau. Sie ist das Sinnbild, dass man am Renntag noch mehr geben muss als im Training. Und der Vinc zeigt allen, wie man trainiert. Schau dir nur seinen Oberschenkel an!“ Den ÖSV sieht Knauß „auf dem richtigen Weg“. Durch einige strukturelle und personelle Veränderungen habe man das Schiff auf Kurs gebracht. „Jetzt heißt es dranbleiben, flexibel und mutig bleiben. Von den Träumen, dass es eines Tages wieder Neunfachsiege gibt, müssen wir uns aber verabschieden.“
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